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Best Practices für Motion Design- und Animationsprojekte in Adobe After Effects.

Die Zeit, die du mit der Organisation eines After Effects Projekts verbringst, macht sich immer bezahlt. Spätestens, wenn es kurz vor der Deadline noch „ein paar kleine Änderungen“ gibt, ein Kollege das Projekt von dir übernimmt, oder wenn du das Projekt in einem halben Jahr selber nochmal aktualisieren musst.

Damit du und auch jeder andere sich schnell in deinem Projekt zurechtfindet und effizient darin arbeiten kann, findest du hier einige Vorschläge für dein nächstes After Effects Projekt.

Projektname

Gib deinem Projekt einen eindeutigen Namen. Dieser kann zum Beispiel eine Auftrags- oder Produktionsnummer und den Namen des Kunden beinhalten.

Versionsnummern

Benutze die Funktion Inkrementieren und speichern (Strg+Alt+Shift+S), um eine neue Version deines Projekts zu speichern. Du benutzt „Final“ im Dateinamen? Dann zahle bitte 5 Euro in die Kaffeekasse.

Ordnerstruktur im Projektfenster

Lege ausreichend Ordner im Projektfenster an, um Kompositionen und alle verwendeten Dateien zu ordnen. Gibt es eine Hauptkomposition, dann kennzeichne diese deutlich.

Passend skalieren

Die ultra hoch aufgelöste Bilddatei, die du im Projekt auf 5% herunterskaliert hast, kannst du auch in Photoshop skalieren. Damit ersparst du After Effects ein paar Berechnungen und dein Projekt wird schneller.

Dokument- oder Ebenengröße?

Beim Import von Photoshop- und Illustrator-Dateien kannst du zwischen Dokument- und Ebenengröße wählen. Überlege dir gut, wofür du dich entscheidest und was das bei Änderungen an diesen Dateien bedeutet.

Vektordateien optimieren

Aktiviere bei Ebenen aus Illustrator-Dateien den Sternchen Schalter, um die Ebenen kontinuierlich zu rastern und damit zu optimieren. Niemand möchte verpixelte Vektorgrafiken sehen.

Alles benennen!

Gib Kompositionen und Ebenen einen möglichst selbsterklärenden Namen. Und zwar sofort, nachdem du sie angelegt hast. Niemand kann wissen, welchen Zweck „Null-Objekt 7“ oder „Komp 3“ erfüllen.

Unterkompositionen anlegen

Lege Unterkompositionen an, um deine Kompositionen übersichtlich zu halten und dein Projekt sinnvoll zu strukturieren. Dateien, die an mehreren Stellen im Projekt verwendet werden, sind in einer eigenen Komposition immer gut aufgehoben.

Sei nicht cleverer, als du bist

So praktisch Unterkompositionen für die Übersichtlichkeit deines Projekts sind, so frustrierend kann die Arbeit werden, wenn du es mit ihnen übertreibst und den Überblick verlierst.

Längen anpassen

Kürze Kompositionen und Ebenen auf die Dauer ihrer Verwendung. So erkennst du in der Zeitleiste immer auf einen Blick, welche Ebenen gerade aktiv sind.

Farblabels benutzen

Um die Übersichtlichleit in deiner Komposition noch weiter zu erhöhen, verwende Farblabels für Ebenen, die zusammen gehören oder gleiche Funktionen haben.

So wenige wie möglich, so viele wie nötig

Es gibt keinen Preis für das Projekt mit den meisten Effekten. Vor allem, wenn es sich um unnötige Effekte handelt, die dein Projekt lediglich bremsen.

Presets anlegen

Lege dir Presets von Effekten und Einstellungen an, die du häufig benutzt. Damit kannst du deine Arbeit in After Effects deutlich beschleunigen und machst weniger Fehler.

Einstellungsebenen FTW

10 Ebenen mit Gaußschem Weichzeichner? Und alle animiert? Wenn du einen Effekt auf mehrere Ebenen anwenden willst, benutze Einstellungsebenen.

Vorrendern und ersetzen

Rechenintensive Effekte kannst du vorrendern und das Rendering anschließend wieder importieren. In der Renderliste findest du eine Funktion, die das automatisch erledigt. Benutze dafür unbedingt einen verlustfreien Codec.

Kommentieren

Nicht jeder deiner Kollegen ist so fit mit Expressions, wie du. Mit ein paar Kommentaren sorgst du dafür, dass jeder versteht, was deine Expressions machen und welche Werte evtl. zu ändern sind.

Nullobjekte benutzen

Benutze Nullobjekte mit Namen wie z. B. „Expressions-Steuerung“ in Kombination mit Effekten aus der Kategorie Einstellungen für Expressions, um Expressions in einer Komposition zu steuern.

In Keyframes umwandeln

Wenn komplexe Expressions dein Projekt merklich in die Knie zwingen, benutze Rechtsklick > Keyframe-Assistenten > Expression in Keyframes umwandeln. Keine Sorge: deine Expression wird nur deaktiviert und bleibt erhalten.

Keyframes easen

Natürliche Bewegungen sind nicht linear, sondern werden am Anfang zunehmend schneller und am Ende langsamer. Benutze deshalb die Easing Funktionen von After Effects, um deine Animationen weniger künstlich wirken zu lassen.

Interpolation überprüfen

Die After Effects Standardeinstellung für räumliche Interpolation (Bézier) kann zu ungewollten Bewegungen bei Animationen führen. Ändere die Interpolation für ausgewählte Keyframes über Rechtsklick > Keyframe-Interpolation oder gobal in den Voreinstellungen.

Zeitliche Fixierung aufheben

Deaktiviere die zeitliche Fixierung bei Objekten mit mehreren Positionskeyframes (Keyframes auswählen > Rechtsklick > Zeitlich nicht fixiert). Dadurch bewegen sich die Objekte mit gleichbleibender Geschwindigkeit zwischen den Keyframes.

Parenting nutzen

Wenn du mehrere Ebenen zusammen animieren möchtest, sie aber nicht in eine Unterkomposition verschieben willst, kannst du diese Ebenen mit der „Lakritzschnecke“ in der Spalte Übergeordnet und verknüpfen oder über das Dropdownmenü miteinander verbinden.

Effekte verbinden

Genau wie Ebenen, kannst du auch Effekte miteinander verknüpfen und dir damit eine Menge Keyframes sparen. Benutze die „Lakritzschnecke“ neben dem jeweiligen Eingabefeld eines Effekts und ziehe sie zum Eingabefeld eines anderen Effekts.